Schweinegesundheits-Verordnung

Seit 1. Jänner 2017 ist die Schweinegesundheits-Verordnung in Kraft.

Verordnung

Seit 1. Jänner 2017 ist die Schweinegesundheits-Verordnung in Kraft. Mit dieser Verordnung werden am schweinehaltenden Betrieb Biosicherheitsmaßnahmen und allgemeine Hygienemaßnahmen sowie die Gesundheitsüberwachung des Tierbestandes geregelt.

Ziel der Schweinegesundheits-Verordnung ist es für alle schweinehaltenden Betriebe verbindliche Grundlagen zum Schutz der heimischen Schweinebestände vor Seuchen und auch vor anderen wirtschaftlich bedeutsamen Erkrankungen zu schaffen.

Zu diesem Zweck werden mithilfe der Verordnung  die Biosicherheits- und Hygienestandards auf allen österreichischen Betrieben angehoben und angeglichen.

Zusätzlich stellen verbindliche Biosicherheitsregelungen auf Schweinebetrieben, die dokumentiert und kontrolliert werden, eine Voraussetzung für den internationalen Handel mit Schweinen, Schweinefleisch und anderen Produkten dar.

Die nun vorliegende Schweinegesundheits-Verordnung orientiert sich dabei an international geltenden Regelungen, die jedoch an österreichische Verhältnisse adaptiert wurden.

Das Endergebnis ist eine praxistaugliche Lösung, die zum Vorteil für alle heimischen Schweinebauern sein soll. 

 

Die wichtigsten Inhalte der Verordnung:

Die Bestimmungen unter den Punkten „Betriebseigene Kontrollen und Hygienemaßnahmen“, „Zusätzliche Anforderungen an Zuchtbetriebe und kombinierte Betriebe“ und „Allgemeine bauliche Voraussetzungen“ sind SOFORT UMZUSETZEN.

Für alles Weitere gelten untenstehende Übergangsfristen:

1.    Übergangsregelungen:

 a.     31. März 2017

                                          i.    Die Meldung der tierärztlichen Bestandsbetreuung bei der jeweils zuständigen Bezirksverwaltungsbehörde (sollte erfüllt sein, wenn ein gültiger GD-Betreuungsvertrag besteht)

b.    31.12.2017

                                          i.    Vorläufige Genehmigung von Freilandhaltungen erlischt, wenn keine endgültige Genehmigung bis zu diesem Stichtag beantragt wurde

c.     1. Jänner 2020

                                          i.    Umsetzung der Bestimmungen unter „Zusätzliche bauliche Maßnahmen“  im Anhang 2, wenn keine baulichen Maßnahmen notwendig sind

                                         ii.    Bestimmungen unter Betriebsablauf

                                        iii.    Bestimmungen unter Reinigung und Desinfektion

                                        iv.    gültig für am 31.12.2016 bestehende Betriebe

d.    1. Jänner 2025

                                          i.    Umsetzung der Bestimmungen unter „Zusätzliche bauliche Maßnahmen“ im Anhang 2, wenn bauliche Maßnahmen notwendig sind

                                         ii.    gültig für am 31.12.2016 bestehende Betriebe

 

2.    Geltungsbereiche:

 

ANHANG 1: Sofern Schweine nicht in Freilandhaltung, d.h. in Stallhaltung, gehalten werden, hat die Haltung den Anforderungen des Anhangs 1 zu entsprechen.

·         Mast- und Aufzuchtbetriebe, die weniger als 30 Mast- oder Aufzuchtplätze haben

·         Zuchtbetriebe, die weniger als 5 Sauen-/Eberplätze haben

·         kombinierte Betriebe, die weniger als 30 Mast- oder Aufzuchtplätze oder weniger als 5 Sauen-/Eberplätze haben

 

ANHANG 2: Gilt für:

·         Mast- und Aufzuchtbetriebe, die mehr als 30 Mast- oder Aufzuchtplätze haben

·         Zuchtbetriebe, die mehr als 5 Sauen-/Eberplätze haben

·         kombinierte Betriebe, die mehr als 30 Mast- oder Aufzuchtplätze oder weniger als 5 Sauen-/Eberplätze haben

Betriebe, die dem ANHANG 2 entsprechen, haben die ANFORDERUNGEN vom ANHANG 1 und ANHANG 2 zu erfüllen!

 

ANHANG 3: Gilt für Freilandhaltungen von Schweinen

 

ANHANG 4: Gilt für die Haltung von Schweinen, welche

1.     auf bewirtschafteten Almen mit Käseproduktion zur Verwertung der anfallenden Molke oder saisonal in umfriedeten Weiden gemästet werden und

2.     nach dem Auftrieb zur Verwendung gemäß Z 1 nicht in einen schweinehaltenden Betrieb eingebracht werden,

Schweine aus Haltungen gemäß Abs. 2 sind nach Ende der Alpung oder saisonalen Haltung der direkten Schlachtung in einem Schlachtbetrieb zuzuführen. Sofern eine direkte Verbringung zum Schlachtbetrieb nicht möglich ist, dürfen die Tiere ohne Zwischenverkauf – bis zu ihrer direkten Verbringung in den Schlachtbetrieb – epidemiologisch getrennt von anderen Schweinen aufgestallt werden, wovon der zuständige Amtstierarzt/die zuständige Amtstierärztin im Vorhinein in Kenntnis zu setzen ist.

Aufbauend auf die Inhalte der Verordnung soll bis Ende 2017 ein Handbuch erstellt werden, in dem alle unklaren Detailfragen (z.B.: wie soll eine „geeignete Möglichkeit“ zur Kadaverlagerung oder eine „geeignete Vorrichtung“ zum Verladen von Schweinen in der Praxis aussehen) anhand von Bildern, Skizzen oder Empfehlungen klar dargestellt werden sollen.

Dr. Tanja Kreiner, LK-Schweineberatung Steiermark und Styriabrid