Antibiotika: Branche nimmt Probleme ernst

Hochkarätige Veranstaltung über resistente Keime in unserem Fleisch: Der Antibiotika-Einsatz in den Tierställen ist seit 2010 schon um 30 Prozent gesunken. Landwirtschaft will den Dialog.

Graz. Mehr als 100 Teilnehmer aus allen Gesellschaftsgruppen bewiesen, dass die Veranstalter mit der Themenwahl "Einfluss von Antibiokita-Resistenzen" richtig lagen. Angesichts der aktuellen Debatte über resistente Keime im Tierfleisch führten der Steirische Tiergesundheitsdienst (TGD) und das Land Steiermark am 11. April erfahrene Humanmediziner, Tierärzte, Agrarvertreter und Politiker zum Informationsaustausch zusammen. Die Graz lehrende Mikrobiologin Andrea Grisold verwies an Hand von Daten darauf, dass besonders die globale Migration die Verbreitung resistenter Keime beschleunige. Diese würden nicht eine Häufung von Infektionen des Menschen verursachen, Das Problem sei, dass wegen der resistenten Keime eine geringere Auswahl von Antibiotika wirksam eingesetzt werden könne.      

Walter Obritzhauser, Präsident der Tierärztekammer, berichtete von einer Studie zum Thema, die 2015 und 2016 bei 250 steirischen Milchrinderbetrieben mit 6700 Kühen durchgeführt wurde. Dabei sei der Nachweis erbracht worden, dass Landwirte und Veterinäre beim notwendigen Einsatz von Antibiotika äußerst verantwortungsvoll vorgingen. Ihn ergänzte der Doyen der österreichischen Tierärzte, Josef Köfer. Von 2010 bis 2016 sei der Einsatz von Antibiotika in der Tierbranche bei uns um rund 30 Prozent gesunken sei. Weitere Rückgänge seien möglich, bestätigte ein weiterer Tierarzt, Wolfgang Schafzahl. Der Obmann der Styriabrid Ing. Kurt Tauschmann hob die Vorreiterrolle der steirischen Tierhalter hervor, um den Antibiotikaeinsatz zu senken. So hat die Styriabrid eine Datenbank zur Vergleichsmöglichkeit aufgebaut um seinen Betrieb in der Leistung einzustufen. Leider gibt es aufgrund des Datenschutzes mit Gesundheitsdaten immer wieder Diskussionen, man wolle dies aber im Interesse der Bauernschaft best möglich lösen.

Durch die Veranstaltung führte ihr energischer Initiator Josef Kowald, Obmann des Vereines TGD. Der steirische Gesundheits-Landesrat Chrisopher Drexler zeigte sich beeindruckt von der Fülle und der Qualität der gebotenen Informationen. Für die Tierbranche betonten Agrarlandesrat Hans Seitinger und Franz Titschenbacher, Präsident der Landwirtschaftskammer, dass Landwirte und ihre Vertretung das Thema äußerst ernst nehmen würden und dass der Dialog mit der Gesellschaft fortgesetzt werde.